Glückliches Kind, dank der Webschule

Wie doch das Leben so anders geworden ist, seid Tom nicht mehr zur Regelschule gehen muss und sich zuhause erholen konnte. Erst gut 1 Jahr, nachdem er nicht mehr in seine alte Schule gehen konnte, hat er sich, auch dank der Hilfe von der Webschule, seinem neuen Lehrer dort, mit seiner großen Geduld, Ruhe und Sicherheit… erholen können. Auch seine Autismustherapie, sein Psychiater und wir haben dazu beigetragen, dass er sich endlich soweit regeneriert hat, dass er immer entspannter und meist gesund und fröhlich durch sein Leben gehen kann.

Wie anders doch seitdem alles ist. Dabei merkte man erst richtig durch das „besser“ werden, wie schlimm es vorher wirklich war.

In diesem Jahr sind uns so viele Dinge aufgefallen, die wir als „normal“ eingestuft hatten, die aber bei keinem normal sein sollten. Uns war nicht klar, dass er wochenlang ohne krank zu werden, leben kann. Diese ständigen Bauch- und kopfschmerzen, mit Fieber und Schwäche, diese Traurigkeit, Müdigkeit und Ängste…. sie sind seitdem nur noch selten da. Klar, ist er auch heute noch schnell von neuem, unerwartetem… überfordert. Aber nun ist sein Grundlevel so hoch, dass er dies mit ein paar Stunden Erholung gut ausgleichen kann. Er muss nun nicht mehr die meiste seiner Energie dafür verwenden, dass er es in der Schule aus,- und durchhalten kann. Das er trotz dieses hohen Stresses, so gute Noten in der Schule bekommen hat, grenzt schon fast an ein Wunder. Denn am meisten stresste ihn ja nicht der Stoff, sondern das ganze drum herum. Klassen-, Schüler-, und Lehrerwechsel, immer wieder was unvorhergesehenes, Mitschüler, die er nicht verstehen konnte, wo er nicht wußte, was sie von ihm wollen, ob sie ihn gerade ärgern…, Lehrer, die es nicht interessierte, obwohl er einen Nachteilsausgleich bewilligt bekommen hatte, dass er „anders“ ist, Hilfe braucht und klare Anweisungen,…. , die ihn trotzdem zwangen, sich mündlich mehr zu beteiligen, die ihn in andere Klassen schickten um dort etwas zu besorgen oder eine Arbeit nach zu schreiben oder die einfach behaupteten, dass er garkein Aspi sei und sie ihm das schon noch alles beigebracht bekommen….

Trotz des hohen Stresspegels stimmten die Noten, aber sein Selbstwertgefühl, seine innere Freude, seine Hoffnung, dass das Leben schön ist, wurden immer kleiner. Sein Leben bestand lange Zeit nur noch aus,- Überforderung, durchhalten, platt im Bett liegen, gesagt bekommen, dass er das doch können muss…

Wir haben schon lange versucht, wenigstens hier zuhause den Stress ein wenig aufzufangen, in dem er sich hier frei bewegen durfte oder einfach nur im Bett liegen konnte. Wir haben ihn nicht zu irgendwelchen Dingen gezwungen. Auch versuchten wir alles neue, dass in der Schule gemacht wurde, schon hier zu üben und durchzusprechen. Wir spielten Schule, gingen in genau das Schwimmbad um es für den Schulunterricht kennenzulernen, besuchten Ausflugsziele im Voraus, erklären ihm, was in einem neuen Fach so gemacht wird, übten Referate zu halten…. . Aber alles kann man nicht üben, dass passiert einfach so unvorhergesehen.

Uns war auch nicht klar, wie sehr er sich die ganze Zeit konzentrieren musste, um wenigstens ein wenig einschätzen zu können, was jemand von ihm will, was er soll oder was als nächstes wohl passiert. Ständig musste er auf der Hut sein um ein wenig vorbereitet zu sein… . Aber der Druck wurde immer größer, da alle immer mehr erwarteten. Ein Kind in der 5 Klasse darf noch schüchtern sein, ein Jugendlicher in der 8. muss frei reden können und selber sehen, was man zb beim Kochunterricht als nächstes machen oder helfen kann. Da gibt es nicht mehr den „ach der kleine,“ Bonus, sondern nur noch,- los hopp, dass muss jetzt jeder können.

Auch die Veränderung der Mitschüler, machten ihm sehr zu schaffen. Wo er noch lange mit den Jungs über Fußball reden konnte und so dazu gehörte, wurden für viele nun andere Themen interessant. Von denen verstand er aber nichts und sie interessieren ihn bis heute nicht. Uns wurde in dieser Zeit klar, dass er anders denkt, fühlt und die Welt anders wahrnimmt. Aber dies ist nicht falsch oder schlecht, sondern eben nur ANDERS.

So hat es fast das ganze erste Jahr gedauert, bis er wieder Vertrauen in sich und uns fassen konnte. Bis er langsam wieder anfing, sich Menschen zu nähern, zu merken, „nein nicht alle sind gemein, ich kann doch auch mit einigen eine gute Zeit verbringen und es geht mir trotzdem gut,… .

Es war und ist so gut, zu sehen, wie er aufblühte, sich wieder freute, Ideen entwickelte, etwas zu unternehmen. Wie er das erste mal abends uns noch fragte,- „wollen wir noch raus Fußball spielen“ hätte ich vor Freude weinen können. Als er mutig sich traute, alte Freunde von uns zu begrüßen und mit allen zusammen einige Zeit etwas spielte, waren wir so gerührt. Abends, war er zwar müde, aber glücklich,- wie wunderbar.

Wie hatten wir diesen fröhlichen, lockeren Jungen vermisst. Endlich war er wieder da. Aber nie wieder soll er so leiden müssen wie zu diesen Schulzeiten. Nie mehr, darf über uns jemand bestimmen, dass es doch besser sei, wenn er jetzt … macht. Niemand der sich nicht wirklich die Zeit nimmt, uns zuhört, genau hinsieht und erkennt, was zuviel ist und was dies mit ihm macht, darf über ihn entschieden. Wir werden ihn nun weiter beschützen und dafür sorgen, dass dieses glückliche Kind fröhlich bleibt.

Was kann den wichtiger sein, als entspannte, gesunde und fröhliche Kinder.

Er lernt weiterhin, jetzt wohl viel mehr, als jemals vorher. Er erkennt soviele Zusammenhänge, zwischen den verschiedenen Fächern, interessiert sich für so manches Thema und arbeitet hoch konzentriert, aber dennoch entspannt. Nach und nach hat er immer mehr vertrauen zu seinem Weblehrer fassen können, merkte, dass nun alles anders ist. Er wurde gelobt, bekam genaue Aufgaben, feste Zeiten und konnte sich meist total darauf verlassen, dass es genau so gemacht wurde wie verabredet. Auch durfte er lernen, dass er jeden Tag sagen darf, wenn es ihm doch mal nicht so gut geht, dass es für den Tag reicht und er aufhören möchte…, dies war eine solch große Erleichterung für Tom, zu wissen, „Ich kann mich viel trauen, da ich jederzeit aussteigen kann…“

Welch ein großer Segen ist diese Webschule, sie hat unsere Erwartungen um weites übertroffen. Warum also dieser Kampf mit den Ämtern?

Er wird seinen Schulabschluss bestimmt schaffen und wer weiß, vielleicht auch noch ein Abitur. Wir werden sehen, ob er es nun in Ruhe erlernen kann, die „anderen“ zu verstehen um mit Ihnen in einer Schule oder Uni klar zu kommen. Werden schauen, ob er es schaffen kann, ohne Angst sich so vielen Reizen aussetzen zu können und nicht mehr krank zu werden. Zwang besteht dazu jedoch nicht. Es gibt auch noch viele andere Wege und Möglichkeiten, sein Leben sinnvoll zu gestalten. Die Hauptsache ist doch, es geht ihm gut und er liebt sich und sein Leben.

So hoffen wir, dass uns keine Behörde mehr zu überfordernden Maßnahmen zwingen wird und sie uns glauben, dass er/wir am besten wissen, was gut ist.

Jetzt ist es erst einmal gut und dies genießen wir in vollen Zügen. Nur leider wird diese Ruhe nicht lange andauern…

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