Förderplan ganz fertig

Wir hatten von der Sonderpädagogin den Entwurf für den Förderplan bekommen. Diesen haben wir dann natürlich sofort an unseren Anwalt geschickt, der ihn sich durchgelesen hat und meinte, er sei nicht perfekt, aber doch so geschrieben, dass wir damit beim Schulamt das Ruhen der Schulpflicht beantragen können. Ok, dies beruhigte uns erst einmal, auch wenn dieser Entwurf nicht unseren Vorstellungen und erlebten entspricht. Der Satz mit dem “ Tom muss dringend in eine Klinik…“, macht uns dies alles nicht so einfach. Aber es geht jetzt nur noch darum, schnell und ohne viel Stress aus der ganzen Sache heraus zu kommen. So entschlossen wir uns, ohne große Verbesserungen vorzunehmen, ihr zu sagen, dass der Förderplan so ok sei. Schrieben aber darunter, dass wir ein Gutachten beigefügt haben vom Psychiater, welches besagt, das keine Klinik in Frage kommt, ja sogar kontraproduktiv sei.
Es verging eine Woche und sie schickte uns eine E-Mail, mit einem Fragebogen, den Tom doch bitte ausfüllen sollte. Was ist dies nun wieder? Wofür soll das gut sein? Warum? Dort fragte sie ihn über die letzte Schulwoche ab, was er gemacht hat, wie lange und ob es ihm dabei gut ging… . Ich verstand dies nicht und ignorierte erst einmal diese Mail.
Noch zwei Tage später bekamen wir abends wieder eine Mail, diesmal mit dem fertigen Förderplan. Wir waren aufgeregt, denn man weiß ja nie, was nun auf einen wieder zukommt. Ob sie den nun doch wieder so verändert hat, dass wir damit nicht die Befreiung beantragen können? Was wenn ja?
Also, mutig lesen. Und was soll ich sagen,- sie hat ihn sogar noch zu unseren Gunsten verbessert! Dort stand nun, dass Tom nicht IN eine Regelschule gehen kann und auch kein Hausunterricht möglich sei. Dagegen hatte sie sich ja immer so gewehrt, wollte es nicht annehmen, dass im Moment nichts anderes möglich sei, als die Webschule. Auch hat sie dort geschrieben, dass alle Beteiligten,- Psychiater, Therapeutin und wir Eltern die Webschule für die beste Möglichkeit sehen. Leider ist der ganze Förderplan sehr negativ formuliert, dass wenn man unseren Jungen nicht kennt, glauben könnte, er sei ein hochgradig behindertes Kind, welches nur depressiv in seinem Zimmer alleine im Bett liegt. Als sei sein ganzes Leben nur Qual und leid…., nirgends hat sie etwas positives oder fröhliches geschrieben. Kein Wort darüber, dass er ohne Stress hier im Haus ein fröhliches Kind ist, welches gerne lacht und Spaß an vielen Dingen hat. Auch nicht, dass er mit uns und seinem Freund gerne spiele spielt, raus geht um Fußball zu spielen, oft Witze erzählt oder immer mehr mit uns über verschiedene Dinge diskutiert und auch wieder Pläne macht für Ausflüge oder essen gehen… . Wir finden es traurig, dass dort alles nur auf Schule ausgerichtet ist, als ob dies das Wichtigste im Leben sei. Aber, wir werden dazu erst einmal nichts sagen, denn wir sind ja froh, dass sie es nun so gut geschrieben hat.
Aber wie kam denn dieser Sinneswandel? Außer, dass natürlich immer noch der Satz mit der Klinik drin steht, den wir aber durch den Psychiater direkt entkräftet haben. Ohne, dass wir noch einmal etwas gesagt haben? Aber vielleicht war es auch genau das, dass wir eben nichts gemacht haben, sondern möglichst lächelnd „mitgespielt“! Wie sehr haben wir uns zurück gehalten, weil wir nicht wußten, ob diese treffen als Hausunterricht zählen. Wenn dies so gewesen wäre und wir es nicht angenommen hätten, könnte man uns vorwerfen, dass wir uns der Mitarbeit verweigern. Auf Anraten unseres Anwaltes, haben wir ja die ganze Zeit versucht, dass nicht wir die treffen als kontraproduktiv titulieren, sondern sie uns sagt, dass es wohl im Moment nicht so gut sei, nur wollte sie ja davon nichts wissen. Aber, da kommt noch eine nicht geahnte wende auf uns zu.
So schickten wir auch den fertigen Förderplan zum Anwalt, der sehr erfreut war. Er rät uns, uns nun mit Toms alter Schule auszutauschen und dort einen Termin zu vereinbaren, damit wir durch die Schule den Antrag, auf Ruhen der Schulpflicht, stellen können. Dies macht nämlich normal die Schule.
Endlich einmal etwas positives, ein Stück weiter, ohne großen Kampf. Darüber wundern und freuen wir uns doch sehr. Kann dies denn sein? Einfach so? Uns fällt auf, dass wir so etwas nicht mehr einfach glauben können und uns unsicher sind, was denn als nächstes kommt. Leider behalten wir recht und der nächste Dämpfer macht sich breit.
Was müssen wir noch alles ertragen, bis endlich Ruhe einkehrt und wir die meiste Kraft nur noch dadurch verbrauchen, dass Tom wieder schöne Dinge machen kann. Denn die letzten zwei Jahre mussten wir alle die meiste Energie dafür verwenden oder besser gesagt, verschwenden, dass wir beweisen, dass unser Kind nicht in eine Regelschule gehen kann, aber dennoch nicht zu krank zum lernen ist. Dies hat uns alle, soviel Kraft gekostet, dass schönes so sehr auf der Strecke blieb.
Warum scheint für fast alle immer das Wichtigste zu sein, dass er IN ein Schulgebäude geht und funktioniert? Warum will kaum jemand sehen, dass er besser an und in der Gesellschaft klarkommt, wenn er Zeit und Ruhe hat sich ihr anzunähern. Immer dieser Druck und die Vorgabe, was er wann können und machen muss. Diese Panik, dass wenn er nicht bald lernt unter viele Menschen zu gehen, er nur ein armseliges Leben haben kann…. . Dies ist alles so traurig. Hoffentlich wird es bald besser.

Sonderpädagogin überschreitet ihre Kompetenz

Gut, dass wir einen Anwalt haben, der sich auskennt und uns direkt einmal etwas beruhigte. Er meinte, das die Dame doch ihre Kompetenz sehr überschritten hat, er dies aber so kennt, da er schon öfters solche übermotivierten Leuten erlebt hat, die dann von der anderen Seite vom Pferd fallen. Wir sollten dies nicht überbewerten, aber es könnte natürlich dazu führen, dass dies das Schulamt zum Anlass nimmt, eine nächste Runde einzuläuten.

Da das Schulamt ja von Anfang an nicht wollte, dass Tom von der Schulpflicht freigestellt wird, könnte dies nun ein guter Grund sein, dass sie dies zum Anlass nehmen das dies noch einmal genauer geprüft werden muss. Leider musste er uns auch sagen, dass wenn Tom in eine Klinik und Tagesklinik geht, diese Maßnahme dann Vorrang vor der Webschule hat. Entscheiden kann dies aber weder eine Sonderpädagogin noch das Schulamt. Nur können die uns zwingen, dass wir dies durch eine Uniklinik oder Amtsarzt abklären lassen müssen.

So nutzten wir es, dass wir sowieso einen Termin für die nächste Krankschreibung hatten, um den Psychiater zu bitten, dass er uns noch eine Stellungnahme darüber schreibt, ob es gut ist, das unser Sohn in eine Klinik und Tagesklinik geht. Er fiel aus allen Wolken und meinte nur, “ was machen die nur bei Ihnen, die müssen doch mal langsam Einsehen, dass sie nicht ums zahlen herum kommen“! Er sagte uns zu, dass er noch einmal etwas schreibt.

2 Tage später hielten wir die Stellungnahme schon in Händen und auch der Anwalt meinte, diese sei sehr gut. Wir füllten die Elternerklärung auf dem Zettel aus, dass wir nicht mit allem so einverstanden sind und schrieben noch einen Brief dazu, in dem wir erwähnten, dass wir es nicht gut finden, nur die letzten 3 Seiten vom Gutachten bekommen zu haben. Das wir auch so nur zu diesen Zeilen Stellung nehmen können und nicht mit der Ansicht der Pädagogin einverstanden sind, das Tom unbedingt in eine Klinik muss. Alles Pakten wir zusammen in einen Brief, der dann zum Schulamt geschickt wurde.

Nun hieß es warten. Wie lange, worauf, warum…wir wußten es nicht. Immer wieder in die Position zu kommen, dass wir da sitzen und darauf warten, dass die uns was vor die Füße werfen, was wir dann ganz schnell erfüllen müssen. Wo wir wieder beweisen müssen, Gutachten liefern oder Untersuchungen über uns ergehen lassen…. so sind wir ja seit über 2 Jahren auf dem Weg.

Es war aber auch die Zeit, in der wir darüber nachdachten, warum alles so schwierig verläuft. Warum die Gesellschaft so viel mehr wert auf “ Funktionieren“ legt, als auf gesunde glückliche Menschen. Warum nur, müssen alle gleich sein und unter Menschen viel leisten?

Warum glauben so viele, dass wenn man die Menschen nicht zwingt in eine Schule zu gehen, sie nie lernen im Leben klar zu kommen. Wir haben es aber genau anders erlebt. Seit wir Tom die Freiheit geben, die er braucht, seit er genügend Erholung hat und nicht ständig von Reizen überflutet ist, blüht er auf und will dann mehr machen. Nur dann hat er aber auch die Möglichkeit sich neuem oder Menschen auszusetzen. Nur so hat er die Energie dafür, die er benötigt.

Weniger ist hier auf jedenfall mehr.

Noch haben wir nicht die Möglichkeit selber zu entscheiden, was das beste ist, denn es gibt ja in Deutschland ein sehr strenges Schulgesetz und die Behörden nutzen dies gerne für ihre Zwecke aus. Die Kinder werden meist über Monate oder Jahre daran gehindert, das zu tun, was für sie das beste ist, sondern müssen das machen, was das bequemste oder preiswerteste ist. Erst wenn die Kinder 18 sind und man keine Hilfe vom Staat benötigt, kann man sein Leben so gestalten, wie man es für am besten erachtet.

Ich hoffe wir halten nervlich und finanziell solange noch durch oder werden irgendwann einfach in Ruhe gelassen. Jetzt sitzen wir aber erst einmal wieder hier und warten.

AOSF Abschlussgespräch mit schlechten Überraschungen

Sie hatte sich vom 2 Termin freundlich verabschiedet und gemeint, dass sie so in 1-2 Wochen zum Abschlussgespräch kommen würde. Es wäre ja alles nun klar und sie sieht kein Problem dass Tom nicht den Förderbedarf bescheinigt bekommt. Wir sollten uns keine Sorgen machen, alles wäre klar und gut. Schön, dachten wir.

So verbrachten wir auch wieder die Zeit um uns zu entspannen, glaubten, dass nun endlich das schlimmste hinter uns lag und das wir dann vom Schulamt endlich auch die Bestätigung bekommen, das Förderbedarf besteht. Damit können wir dann beantragen, das das Schulamt ihn,- zumindest für einige Zeit, von der Schulpflicht befreit. Auch können wir dann mit dem AOSF Gutachten vom Jugendamt die Kosten für die Webschule zurückerstattet bekommen und auch weiter Geld für die Schule erhalten.

Alles erschien so gut und es stellte sich große Erleichterung ein. Nur leider währte die nicht lange…

Die Sonderpädagogin meldete sich bei uns für das letzte treffen, da mein Mann an diesem Termin keine Zeit hatte, sie aber meinte, es dauert ja nicht lange, ist ja alles klar…, entschieden wir uns, dass ich alleine mit ihr rede. Tom brauchte auch nicht dabei sein, so blieb er auch entspannt.

Sie kam also wie vereinbart, war freundlich und meinte, “ ja, das bekommen wir doch jetzt mal eben noch so hin…“! “ Sie müssen dann nachher noch diesen Zettel ausfüllen und bestätigen, dass sie mit dem Gutachten so einverstanden sind, ob sie noch ein Treffen wünschen und noch Fragen bestehen…, dann schicken sie dies an das Schulamt“! Sie fing dann an mir zu erklären, was sie alles in das Gutachten mit einbezogen hat, da wären die Treffen mit uns und unsere Meinung. Die ganzen schriftlichen Dinge, die sie von uns hat, das Gespräch mit seinem Lehrer von der Webschule, der neue Lehrnstandsbericht, ein Gespräch mit seiner Therapeutin und die ganzen Unterlagen, die mit eingereicht worden sind. Also normal auch die Stellungnahmen, von unserem Psychiater, vom Autismuszentrum und von der alten Regelschule.

Es kam schon der erste Dämpfer, wir bekommen von ihrem Gutachten nur die letzten 3 Seiten, die Zusammenfassung. Bitte was? Warum das denn? Darauf meinte sie,- “ aus Datenschutz gründen“! Ja ist klar, es geht um unseren Sohn und wir müssen geschützt werden? Oder wollen die die ganzen Beteiligten schützen, was die zu unserem Sohn gesagt haben? Oder wen?

Wie sollen wir einem Gutachten zustimmen, dass wir nicht kennen? Woher soll ich wissen, was dort drin steht, wie sie zu ihrem Ergebnis kommt und wer welche Meinung von uns hat…? Dies hatte mich schon einmal geschockt. Aber gut, wenn wir einer Meinung sind und dies auch auf den drei Seiten so steht, wird der Rest ja wohl, auch gut sein.

Nun fing sie an mir zu erzählen, mit welch großer Angst Tom doch immer durch den Tag geht, dass man ihm helfen muss, dass er lernt die Ängste zu verlieren,- naja, so extrem sehen wir das alles nicht, aber helfen wollen wir uns oder besser ihm ja,- deshalb machen wir das ja alles…- er bräuchte bessere Hilfe, Profis die ihm zeigen, wie alles funktioniert, die ihn noch einmal herausfordern und den Kreislauf durchbrechen, in dem er seit Jahren sitzt… . Bitte was, was will die mir jetzt da sagen? Wie kommt die darauf, dass er jemanden braucht, der ihn wieder auf „Spur“ bringt? Dann platzte die Bombe –

“ Ja eigentlich wollte ich das ja erst später sagen, aber ich denke, er muss mal für ein paar Wochen in eine Klinik und danach in eine Tagesklinik,- so 200 km von hier ist eine sooo tolle…“! Das ich nicht vom Stuhl gefallen bin, war alles. Ich saß wohl so geschockt da, dass sie nur noch meinte, “ Ich will Ihnen doch nur gut, dann haben sie endlich wieder Zeit zum durchatmen, sie können ja die Last auch nicht die ganze Zeit alleine tragen und sich Vorwürfe machen, sie seien schuld, sie hätten besser… machen müssen“! “ und Tom braucht jemanden, der ihn noch einmal ganz klar aus seinem tief heraus holt, den Kreislauf durchbricht, so das er dann bald wieder in der Lage ist in eine Regelschule zu gehen“. „Er muss endlich lernen, dass er sich den Aufgaben stellen muss, dass vermeiden von Situationen keine Lösung ist und er in die Gesellschaft MUSS „! Bums, dass saß!!!

Wow, dass nennt sich dann,- wir sind einer Meinung? Wo das denn? Damit hat sie uns nur gezeigt, dass auch sie ganz anders denkt, als wir. Das sie nichts verstanden hat und nicht,- wie sie doch vorher ach so gerne betont hat,- ehrlich zu uns ist. Wir haben uns wieder einmal geöffnet, ihr vieles erzählt, sie ist in unsere Familie hereingekommen, sie hat Einblicke bekommen, wir haben ihr vertraut… . Nun dies. Es brach eine Welt zusammen, die sie noch versuchte zu schlichten.“ Ja wissen sie, dass macht im Gutachten doch keinen Unterschied, das interessiert die dort doch garnicht, der bekommt doch seinen Förderbedarf und gut ist… . Nein, nichts war gut. Wie kann sie solch eine Meinung haben und die dann in den Bericht schreiben. Das ist doch nur wieder ein neues „Problem“ welches genauer bearbeitet werden muss.

Damit war für mich das Treffen vorbei und ich machte dicht. Warum sollte ich mich weiter bemühen nett und ehrlich zu sei, wenn Sie uns so in den Rücken fällt. Wer weiß, was sie noch so hinter unserem Rücken erzählt hat. Dies merkte sie natürlich auch und versuchte, alles abzuschwächen, schön zu reden und mir zu sagen, ich müsste lernen, den Jungen loszulassen, sonst würde der ja nie im Leben klarkommen. Also noch einen oben drauf. Sie glaubt also, dass wir ihm zu viel abnehmen und ihn beschützen. Wir ihn härter ran nehme müssten. Na super!

Ein Versuch, dass sie mir das mal näher erklären soll, scheiterte, da wir nicht mehr auf einen Nenner kamen. Aber bitte wann und wodurch ist sie zu diesen Erkenntnissen gelangt? Hatte sie die schon von Anfang an oder erst seit wir… gesagt oder gemacht haben? Oder ist es noch ganz anders, das ist nicht wirklich ihre Meinung, sondern eine Idee vom Schulamt? Damit die wieder noch etwas in Händen halten, womit sie uns weiter quälen können?

Als ich meinem Mann davon erzählt habe, war er genauso geschockt wie ich. Er versteht es auch nicht und versuchte am Abend mit ihr darüber am Telefon zu reden. Erst war sie noch freundlich, meinte, dass dies ihre Meinung wäre und sie uns nur helfen wollte. Das wir ja leider emotional so mit drin stecken würden und so nicht sehen würden, dass Tom nun endlich nicht mehr nur beschützt werden sollte, sondern lernen müsste, wie das Leben wirklich funktioniert… . Mein Mann wollte ihr erklären, dass sie doch so etwas medizinisches garnicht schreiben braucht, es ihre Kompetenz übersteigt und wir ja mit unserem Psychiater im Gespräch sind, der das wohl genauso sieht, wie wir… . Dies wollte sie alles nicht hören. Genauso wenig wie, damit liefern sie doch nur dem Schulamt wieder die Möglichkeit, dass wir beweisen müssen, das ein Klinikaufenthalt kontraproduktiv ist. Darauf meinte sie nur, „Herr M. das ist meine Meinung und die werde ich da ja wohl reinschreiben dürfen, das interessiert das Schulamt bestimmt eh, ( leider) nicht, aber ich lasse mich von Ihnen doch nicht erpressen…!

Wir wollten bestimmt niemanden erpressen, sondern ihr nur nahe legen, dass sie dies doch bitte nicht so hart schreibt oder es ganz weglassen könnte, da dies ja garnicht ihre Aufgabe sei, medizinische Aussagen zu machen. Sie könnte ja auch die Sätze etwas ändert, zb in,- vielleicht wäre ein Klinikaufenthalt eine gute Möglichkeit …! Das ansonsten ihr Satz vielleicht bedeutet, dass wir wieder Wochen oder Monate beschäftigt sein werden zu beweisen, dass Klinik keine Verbesserung bringt, sondern nur noch mehr Stress,… Nein, dass wollte sie nicht hören, meinte nur noch pampig,- „Das ist meine Meinung, dabei bleibe ich und das bleibt da stehen, wenn Sie anderer sind, können Sie dies ja auf dem Elternbogen so eintragen“! “ Ansonsten habe ich nichts mehr dazu zu sagen“- und legte auf.

Bums, da saßen wir nun. Wie konnte das passieren? Wo und wodurch, war sie zu dieser Meinung gekommen? Hatte, sie die von Anfang an? Oder hat sie Anweisungen vom Schulamt bekommen? Warum haben wir ihr so vertraut und Dinge erzählt, die wir nun gegen uns um die Ohren gehauen bekommen? Warum habe ich wieder einmal nicht mehr auf mein Gefühl gehört, welches mir sagen wollte, „Gib Obacht“! Ich habe mir gesagt, „ach hör doch, die sagt ja, sie sieht das genauso wie wir“!

Es machte sich Chaos, Enttäuschung, Wut, Angst und Ärger über mich selber breit. Da saßen wir nun und waren am Boden zerstört. Wie sollte es nun weiter gehen? Was kommt jetzt dadurch auf uns zu? Was kann dies nun alles bedeuten?

Fragen, fragen, fragen…die mussten wir erst einmal unserem Anwalt stellen. Gut, dass wir den an unserer Seite haben….

Energiehaushalt

Nachdem das AOSF gestartet wurde, mussten wir leider wieder einmal erkennen, das der Energiehaushalt schnell ins Wanken geraten kann.

Jeder hat eine bestimmte Anzahl von ,- na sagen wir einmal – Bälle – Energie zur Verfügung. Die einen haben jeden Tag mehr die anderen weniger zur Verfügung. Aber vor allem verbrauchen die meisten Asperger ganz anders ihre Energiebälle.

Da die meisten nicht intuitiv auf Gegebenheiten reagieren können,- also jede Veränderung, alles neue, jedes gesagte muss durchdacht, überlegt, verarbeitet….werden und dies verbraucht – Bälle, einige, viele „Bälle“.

Vielen fehlen Filter, die ohne bewußt darüber nachzudenken es unmöglich machen, entscheiden zu können, ob etwas wichtig ist oder eben nicht. Alles strömt immer auf sie ein, so muss auch ständig bewußt entschieden werden, “ das Geräusch ist vom Lehrer, der eine DVD startet, die ich gleich mir ansehen soll“! Oder eben, “ das Geräusch ist nur von meinem Klassenkameraden, der meint, er müsste jetzt mal ein Bonbon auspacken“!

So werden viele ständig von vielem abgelenkt, müssen darüber nachdenken, bewußt entscheiden, ob es wichtig ist oder nicht… dies verbraucht viele „Bälle“!

Bälle werden aber auch verbraucht um etwas Neues erlernen zu können oder wenn etwas unvorhergesehenes passiert,- jemand verletzt sich oder man hat früher Schulschluss, es fängt plötzlich an zu regnen oder ein Klassenkamerad nimmt mir mein Radiergummi weg… Man kann auch etwas geschenkt bekommen womit man nicht gerechnet hat oder…., alles verbraucht “ Bälle“! Einfach viel mehr Bälle, als bei NTlern, die es eher so beiläufig wegstecken, kaum bemerken oder mit,- „super, schulfrei“! es schon wieder vergessen haben.

Aber wir verbrauchen auch oft schon Bälle wenn wir Termine vor uns haben, die wir nicht einschätzen können, auf die wir uns nicht vorbereiten können, wo wir nicht wissen, was uns erwartet…

Das können Einladungen zu einer Feier sein oder halt ein Gespräch zu einem AOSF verfahren. Dies verbraucht dann schon Tage vorher soviel Bälle, dass kaum noch welche für die Freizeit oder die Schule über bleiben. Leider haben wir dies die Tage vor dem 1 und 2 Gespräch so bei Tom erlebt. Jeden Tag, von der Mitteilung, dass jemand zu uns kommt, ging es mit seinem Wohlbefinden Berg ab. Bis er krank im Bett lag und wir mitansehen mussten, dass er so mit der, auf den ersten Blick, doch sehr netten Frau, die das Gutachten erstellen sollte, reden musste. Wir konnten es nicht gut ertragen ihm nicht wirklich helfen zu können, ihn nicht beruhigen zu können oder dafür zu sorgen, dass er dieses Gespräch nicht führen muss. Wir waren mal wieder dem allen ausgeliefert.

Das bricht einem das Herz. Was wir machen konnten, -weniger Schule, mit ihm reden, ihm sagen, dass er nur anwesend sein muss, aber nicht reden muss, ihm versichern, dass wir sehen, was es für ihn bedeutet, diesen Termin machen zu müssen und das es uns leid tut, ihm essen besorgen, dass er mag, ihn Fernsehgucken lassen, wenn er will den ganzen Tag…., Hauptsache die Tage gehen vorüber und er leidet nicht zuviel.

Deshalb ist es uns sehr wichtig, dass jeder versteht, warum so viele Asperger „so komisch“ reagieren. Nein, sie sind nicht faul, wenig belastbar oder stellen sich gar an. Ich denke den meisten Menschen ist nicht bewußt, wieviel mehr Asperger jeden Tag „Leisten“ um durch den Tag zu kommen.

Wir brauchen doch nur daran denken, wie wir uns fühlen, wenn wir eine Erkältung oder Kopfweh haben, aber trotzdem das gleiche schaffen sollen, wie sonst. Irgendwann geht dies dann nicht mehr und man liegt völlig erschöpft im Bett. So fühlen sich viele Asperger jeden Tag, nur mit dem Unterschied, dass die Leute um sie herum kein Verständnis für sie aufbringen, sondern leider noch sagen -“ los, mach mal ein bisschen mehr, das kann doch jeder“!

Kinder die Aggressiv oder Depressiv werden, brauchen mehr Hilfe, Verständnis und Erholung. Wir müssen herausfinden, was sie alles soviel Energie kostet, was wir Ihnen davon abnehmen können oder weglassen…. . Genau dies haben wir die letzten Monate erlebt, dass Tom sehr aufgeblüht ist, sich Wohl, Sicher fühlte und wieder mehr unternommen hat. Alles positiv in unseren Augen. Wir waren so glücklich, dass wir endlich ein glückliches, entspanntes Kind erlebten, dass auch noch viel und gut lernen konnte. Seit er aber wieder ein Gutachten über sich ergehen lassen muss, leider wieder unsicher ist, ob er an der Webschule bleiben darf oder ob er es ausprobieren MUSS mit einem Hauslehrer zu lernen, dies verbrauchte täglich soviel Bälle, das zu wenig übrig blieben und er nach längerem wieder krank wurde.

Warum das alles?

Also noch einmal kurz, Dinge die Asperger viele „Bälle“ verbrauchen lassen.

Nicht jeder reagiert auf alles gleich intensiv, jeder ist anders, dies gilt es heraus zu finden. Mir ist es aber wichtig, dass sich jeder bewußt macht, dass Asperger sich oft mehr anstrengen müssen um „normal“ zu wirken und sich nicht anstellen!

Das sie viele Filter nicht haben, die ihnen helfen, unwichtiges bei Seite zu schieben.

Das sie auf vieles extrem reagieren und dabei viele „Bälle“ verbrauchen um dies zu kompensieren oder zu verarbeiten. Wie zb.

– Geräusche

– Licht

– Essen

– Kleidung oder Berührung auf der Haut

– Veränderungen, Neues

– Sprache, verstehen alles wörtlich, keine Witze oder Ironie

– Mimik, nonverbale Sprache erkennen

– Unordnung, unvorhergesehenes so das ihre Ordnung durcheinander gekommen ist

– Menschen, die sie nicht einschätzen können, was diese von ihnen wollen

– …..

Bitte lernt die Welt aus Sicht des Aspergern zu sehen und dann zu versuchen, sein Leben so „einzurichten“ das es ihm gut geht, er entspannt bleiben kann und fröhlich.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es möglich ist,- wenn man sich nach dem Aspi richtet und nicht mehr versucht ihn in eine Form zu pressen, die nicht möglich ist, ohne das zu viele Bälle jeden Tag verbraucht werden. Denn dann werden viele krank, depressiv, aggressiv oder…

Aber wenn Autisten meist entspannt sind und somit ihr „Bällehaushalt“ ausgeglichen ist, können sie auch manchmal neues, aufregendes machen oder mit vielen Menschen Dinge erleben. Dies sollte doch stets unser Ziel sein, glückliche, entspannte Kinder.

AOSF Gutachten, Sonderpädagogin zum wundern

Also, es musste ein AOSF Gutachten erstellt werden. Wie unser Anwalt uns geraten hat, sollten wir dies auch mit machen, damit dadurch der Förderbedarf festgestellt werden kann und wir dann damit das Ruhen der Schulpflicht beantragen können.

So hieß es noch einmal, zusammenreißen und lächeln…

Also telefonierten wir mit ihr und sprachen einen 1. Termin ab, es sollte 3-4 Termine geben. Auch Tom mussten wir davon berichten, denn er sollte ja getestet werden. Allein schon diese Ankündigung, dass jemand hier ins Haus kommt um ihn zu beobachten, die Frage, ob sie mal bei seinem Unterricht zusehen darf und die Ungewissheit, wie und was diese Frau von ihm alles will, lösten wieder Stress aus. Wir mussten ihm gut zureden, dass alles nur dazu dient, dass er endlich einen „Wisch“ bekommt, womit wir die Befreiung von der Schulpflicht beantragen können.

Nach den letzten 2 Jahren, naja eigentlich waren es ja schon fast 8 Jahre Kampf, erschien uns dies endlich wieder einmal als eine Möglichkeit, alles zu einem guten Ende zu bekommen. Wir haben immer um Verständnis gekämpft, den Leuten gesagt, dass er das nicht kann, versteht, ihn stresst…, aber kaum jemand nahm darauf Rücksicht oder glaubte uns. Eher hieß es, “ …das muss er aber in dem Alter endlich können…“!!!

Die Dame erschien uns recht nett und so einigten wir uns darauf, dass sie nachmittags vorbei kommt und wir schauen, ob Tom auch dabei sein möchte.

Schnell erzählte sie uns, dass sie sieht, wie schwer er es gehabt haben muss, dass die Lehrer in seiner alten Schule keine Ahnung haben, sich nicht weiterbilden wollen, ihm nicht geholfen haben… . Sie zeigte sehr viel Verständnis für unsere Situation und wollte uns helfen, dass wir nun ein gutes Gutachten bekommen.

Das unser Sohn nicht dabei war, war kein Problem, dann das nächste mal. Sie wirkte auf der einen Seite sehr kompetent, aber auf der anderen etwas chaotisch und frustriert, dass so viele nicht erkennen, wie sehr Autisten leiden und was sie nicht können… . Aber dabei machten wir uns keine Gedanken, dass genau dies noch ein Problem werden könnte.

Der nächste Termin, der dann mit Tom sein sollte, wurde ausgemacht. Wir einigten uns darauf, dass wir ersteinmal zusammen etwas spielen wollten, damit er sie langsam kennenlernen kann. Von da an, ging es ihm von Tag zu Tag schlechter. Der stresspegel stieg immer mehr an und er malte sich in Gedanken die wildesten Befürchtungen aus, was alles passieren könnte. Man merkte dies auch am Unterricht, er wurde wieder leichter krank, machte nur noch das nötigste, konnte sich nicht immer so gut konzentrieren, brauchte Unterstützung von mir, also saß ich wieder neben ihm.

Der Tag des Gesprächs kam und es ging ihm nicht gut. Da er wußte, er muss dabei sein, wurde es nicht besser. Auch nicht dadurch, das auch wir aufgeregt waren, weil es ja um viel ging. Für uns war es schwer, zu sehen, dass durch solch ein Gutachten wieder soviel Stress ausbricht. Das er leidet und sich dadurch quälen muss; nur weil andere meinen, dies sei hilfreich. So liesen wir es also gewähren und wanderten hindurch.

Sie erschien pünktlich, kam herein und ging direkt auf Tom zu, streckte ihm die Hand entgegen und redete auf ihn ein,… . “ was für ein schöner Tag heute, wie geht es dir denn, schön, dass wir uns endlich mal kennenlernen…“! Ich war etwas irritiert, denn damit hatten wir nicht gerechnet, dass sie ihn direkt so herausfordert. Wir hatten geglaubt, dass sie ersteinmal mit uns redet und ihm Zeit gibt, denn dies hatten wir so vereinbart. Er braucht etwas Zeit, damit er sie einschätzen kann und so auf sie zugehen kann. Aber nein, sie legte direkt los. Dies hätte uns noch stutziger machen müssen, als wir es eh schon waren. Konnten wir dieser Sonderpädagogin wirklich vertrauen?

Wir setzten uns an den Tisch um ein Kartenspiel miteinander zu spielen, damit Tom langsam warm mit ihr werden konnte. Im spielen fühlte er sich wohler, aber sie versuchte wieder die ganze Zeit mit ihm direkt Kontakt aufzunehmen, ihn herauszufordern, zum reden zu bringen, etwas über ihn zu erfahren… sie machte Druck, den er nicht mochte und ihn sehr stresste. So redete er zwar, aber nur das nötigste und unter höchster Anspannung. Es kam wie es kommen musste, sie verließ das Haus und er war platt. Auch den nächste Tag war kein Unterricht möglich. Dies war für uns ja nicht so schlimm, wir gaben ihm die Zeit sich zu erholen, denn gerade Stress in der Schule sollte es ja nicht geben, damit der Unterricht weiterhin immer besser und entspannter klappt.

In der nächsten Woche folgten noch 4 längere Fragebögen, die Tom ausfüllen sollte, damit sie noch deutlicher erkennen könnte, wo die Probleme liegen, bzw dokumentieren kann, dass er nicht in einer Regelschule im Moment unterrichtet werden kann. Auch dies strengste ihn sehr an, da die Fragen ja sehr sich um Schule treten und dies ja sein Trauma ist. Auch hier wieder 2 Tage Erholung nötig.

So erholte er sich wieder und konnte dann normal Unterricht weiter machen. Bis wir ihm sagen mussten, dass er morgen zum Gesundheitsamt soll um einen Hör- und Sehtest zu machen. Wieder was unerwartetes, neues. Dies war der Moment, wo er innerlich wieder in die alte Angst zurück viel. Dieses Gefühl von ausgeliefert sein, funktionieren müssen, weiter in die Schule müssen, auch wenn man krank ist… . Die letzten Wochen mussten wir ihm immer wieder von Terminen erzählen, von Veränderungen, er musste Fragen beantworten über Schule, sein Rhythmus wurde gestört, jemand durchbrach sein “ Ford Knox“, er kam sich so ungeschützt und ausgeliefert vor… . Seine ganze Sicherheit, die sich in den letzten Monaten aufgebaut hatte, brach in sich zusammen. So folgten Tage der großen Unsicherheit, Angst und Sorge. Wir mussten ihn aufbauen, ihm sagen, dass alles wieder gut wird. Ihm Mut machen, ihn aber auch lassen, ihm die Zeit geben, die er brauchte um sich zu erholen. So brauchte er ein paar Tage und dann kam er von sich aus wieder zurück um mit uns Zeit zu verbringen.

So waren wir voller Hoffnung, weil auch die Pädagogin immer nur betont hatte, dass das Gutachten so sein wird, wie wir das ja auch sehen. Die Lage beruhigte sich hier wieder und der 3. Termin kam,- leider nicht ganz so wie erwartet.

…. und noch ein Gutachten machen lassen

Nachdem wir uns beruhigt hatten, dass nun doch das AOSF eröffnet werden soll und auch alles mit dem Anwalt abgeklärt war, mussten wir wieder warten.

Wenn man immer wüßte wie lange und auch, was dann alles kommt, könnte man sich doch weitaus mehr in der Zwischenzeit entspannen.

Nach einer Woche flatterte uns ein Brief, den wir ja erwartet hatten, ins Haus. Dort wurde das eröffnen des AOSF noch einmal für offiziell erklärt. Dazu kam dann aber noch ein Satz. Sie wünschen noch ein Gutachten vom Gesundheitsamt. Bitte was, wofür das nun noch. Dort soll er getestet werden, ob er ausreichend gut hören und sehen kann, dies sei notwendig, um diese Gründe ausschließen zu können. Auch wäre dies die Verbindung zwischen Ärzten und Behörde… . Als wäre er kein asperger, wenn er besser sehen könnte, was denken die denn oder ist das wieder nur ein Grund mehr, der ihnen eingefallen ist um alles in die Länge zu ziehen und zu beweisen, dass er doch in die Regelschule gehen kann?

Eine Woche passierte wieder nichts, in der zweiten kam gegen Abend ein Anruf von seiner alten Schule,- wir möchten doch bitte eine schweigepflichtserklärung unterschreiben, dass die Sonderpädagogin mit der Therapeutin und dem Psychiater reden darf. Auch sie selber meldete sich, dass wir bald einen Termin machen sollen, damit sie das Gutachten erstellen kann. Sie würde ihn gerne beim Onlineunterricht mal beobachten… . Wie stellt sie sich das denn vor? Glaubt sie tatsächlich, dass er entspannt Unterricht machen kann, wenn jemand zuguckt? Vorallem, was soll das bringen, was will sie dabei entdecken und beurteilen… . Sie darf gerne seinen Lehrer befragen, wie er Unterricht macht, wie er sich verändert hat und wann es schwierig wird, aber live zugucken,- dass muss nun wirklich nicht sein.

Auch ist es schlimm, dass es nachdem wir mal wieder über 3 Monate gewartet hatten und dann die ganzen Gespräche mit Schulamt folgten, es jetzt auf einmal sehr schnell gehen soll. Nun würde man am liebsten mal eben 5 Tage hintereinander alles mögliche testen, fragen und klären.

Wir hoffen mal, dass sie es langsam angehen lässt mit Tom und ihm Zeit gibt, sie kennenzulernen bevor sie werweißwas von ihm erwartet.

Wir finden es so schlimm, dass wir immer allem ausgeliefert sind und kaum eine Möglichkeit haben, selber etwas zu bestimmen. Die, die am Schreibtisch sitzen scheinen alle besser unseren Sohn zu kennen. Dabei weiß keiner, was wir die letzten Jahre durchgemacht haben und wie froh wir sind, dass es ihm nun so gut geht. Es tut weh, zu hören, dass es keinen interessiert, dass er endlich wieder entspannter lernen kann. Nein, er müsste ja noch nicht einmal Unterricht machen, er ist ja krank geschrieben. Wir hätten ihn einfach so hier sitzen lassen können,- dies wäre jedem egal. Leider glauben wir auch so, dass sie es alle ok finden, wenn es so weiter geht. Denn dann braucht weder das Jugendamt noch das Schulamt etwas zu zahlen. Bekommt er halt keinen Abschluss. Anscheinend steht über allem nur, dass er IN ein Schulgebäude geht. Was dadurch alles kaputt gemacht wird, wie es ihm geht, ob er nachmittags noch Energie für etwas anderes hat…leider ist denen dies wohl egal.

Auch die ganzen Stellungnahmen vom Psychiater, Therapeutin, Schule,… interressieren bisher keinen. Da ist es viel wichtiger, das wir jetzt noch ein Gutachten vom Gesundheitsamt machen lassen. Bedeutet dies Stress für Tom? Ja. Interessiert das einen?Nein.

Traurig, traurig. Wollen hoffen, dass die Autismusbeauftragte Sonderpädagogin sich dafür interessiert und auf uns etwas hört. Sie sollte ja Asperger kennen und wissen, wie schnell sie gestresst sein können. Sie sollte doch eigentlich uns helfen, dass wir die beste Lösung für Tom bekommen und nicht die billigste oder „ansehnlichste“ in der Gesellschaft. Uns geht es um sein wohl, auch langfristig, denen leider mehr ums Geld oder die Erfüllung der Schulpflicht. Dabei haben sie das Recht und die Pflicht auf ihrer Seite. Mitgefühl sucht man leider oft vergebens. Dies haben wir an vielen Stellen gefunden, nur leider noch nicht bei Behörden.

So hoffen wir, dass dies uns nicht alle wieder erheblich zurückwirft und alles wieder schlimmer wird. Aber was bleibt uns, außer -abwarten, uns weiterhin gut vorbereiten, weiter mitmachen und hoffen, dass es endlich bald gut endet. Dies würde aber noch lange auf sichtbarsten lassen, zum Glück wußten wird dies damals noch nicht.

Erstes Gespräch mit dem Schulamt

Wo wir noch ein wenig gehofft hatten, dass die vom Schulamt erkennen, dass es im Moment das beste ist, wenn er auf der Webschule bleibt, wurden wir dann doch schnell beim ersten Gespräch enttäuscht.

Das Wichtigste ist denen, dass er schulpflichtig bleibt und nicht von der Schulpflicht befreit wird.

Ja, sie haben es verstanden, dass er im Moment nicht in eine Regelschule gehen kann, ja er tut denen auch leid, sie verstehen das alles, wollen uns auch wieder mal nur helfen, … aber- er soll doch, wenn es irgendwie geht die Schulpflicht behalten.sie sind aber auch der Meinung, dass er doch bald, durch Hilfe der Sonderpädagogin, wieder in eine Regelschule gehen kann. Wenn dies wirklich nicht geht, dann müssen wir dies erst beweisen.

So schlug man uns vor, dass nun das AOSF verfahren eröffnet wird, er dann von der anwesenden Sonderpädagogin die die Beauftragte für Autismus im Kreis ist, begutachtet wird und sie dann das Gutachten schreibt, inwieweit er beschulbar sei, bzw Förderbedarf besteht.

Sie soll sich mit seiner Autismustherapeutin unterhalten und dann ihn auch dort kennenlernen und beobachten. Auch mit uns wurde ein Gespräch vereinbart.

So hofften wir, dass sie es schnell merkt, dass ihm mit großen und ständigen Veränderungen nicht geholfen wird. Es ist vielleicht gut, dass er nun auch so getestet wird, dann haben wir endlich noch was in der Hand, was beweist, dass es anders nicht geht.

Später soll dann die Sonderpädagogin zu uns nach Hause kommen und ihn anfangs eine Stunde und später mehrere Stunden unterrichten, bis ein Hauslehrer kommen kann. Ob dies klappen kann, weiß keiner. Schlecht ist das so nicht unbedingt, aber ob Hausunterricht gut klappt, hängt erst einmal auch von dem Lehrer ab. Wenn dies ein zu strenger, cholerischer, chaotischer Typ ist, dann kommt Tom mit dem bestimmt nicht gut zurecht. Wenn der sich nicht mit Autismus auskennt, Rücksicht auf seine Besonderheiten nimmt, erkennt, wann es für ihn zuviel ist und er verstummt, Pause braucht…, sondern einfach weiter macht im Program…, dann wird es sehr schwierig und Tom bestimmt wieder oft krank.

Wir hoffen vorallem, dass dies nicht dazu führt, dass er wieder Ängste entwickelt, uns nicht mehr vertraut und sich ganz verschließt oder dicht macht.

Das Schulamt befürwortet aber die weiterbeschulung durch die Webschule, bis er ganz durch einen Hauslehrer unterrichtet wird. Nur ob dies das Jugendamt bezahlt, wußte dort auch keiner. Ist denen auch egal.

So hieß es für uns mal wieder, wir müssen suchen, nachdenken, Tom dazu bringen, mit der Sonderpädagogin zu reden, möglichst ehrlich und sich nicht vor ihr verstellen und dann zuhause krank werden. Wir müssen das dann wieder mit dem Jugendamt klären, uns vielleicht dort anmeckern lassen. Unseren Anwalt damit beauftragen, dass er uns weiter dadurch hilft und müssen ihn natürlich auch selber dafür bezahlen.

Leider müssen wir wieder mal in einer Warteschleife sitzen und darauf warten, wem noch was einfällt, was wir machen müssen….

Es ist gut, dass wir nicht direkt gezwungen werden, dass er es jetzt nochmal in einer Schule versuchen muss, auch war nicht die Rede von der Förderschule, die ja über eine Stunde Fahrt weit weg ist… . Es steht also im Moment nur noch der Hauslehrer zur Diskussion. Dieser in Kombination mit der Webschule. Aber die Ausrichtung, er soll in der Regelschule angemeldet bleiben und möglichst schnell wieder zurück,- Inklusion, stand sehr klar im Raum. Dies machte uns doch sorgen, so lag die Hoffnung auf der Sonderpädagogin, dass sie das AOSF Gutachten doch so schreibt, dass dann alles geklärt ist.

Wie, wann, durch wen, wie lange dies dauert bis es los geht, ob das überhaupt klappt, welche Lehrer dann kommen, zu welchen Uhrzeiten, dann hoffentlich auch nur ein Lehrer, der ein netter ruhiger ist und der sich mit Autismus auskennt , dies steht noch alles in den Sternen.

Das schlimmste ist, dass es wieder einmal alles so ungewiss ist und wir mit so vielen Fragen und Ängsten hier sitzen. Wir wissen nicht, wie das alles wird. Was dadurch für Stress in die Familie kommt, wann was auf uns zukommt und was wir machen müssen…

Es steht wieder die große Unbekannte im Raum, alleine dies macht schon Stress, auf den wir gerne verzichten könnten. Warum kann man ihn nicht einfach mal für ein Jahr von der Schulpflicht befreien und dann schauen wir, dass wir ihn langsam wieder über Hausunterricht auf einen Schulbesuch vorbereiten können?

Warum müssen genau die, die nur am Schreibtisch sitzen, darüber entscheiden, was das beste für unser Kind ist? Woher wollen die das wissen?

Klar, wir wissen auch nicht alles, vielleicht bremsen wir auch im Moment zuviel, da wir Angst haben, der Stress könnte wieder zu groß werden und Tom depressiv im Bett liegen. Aber was ist denn schlimmer? Ein Jahr zu wenig gemacht und dann gestärkt durchstarten oder es jetzt riskieren und dann feststellen, wir sind wieder sehr zurückgefallen?

Wenn alles gut läuft, er einen guten Hauslehrer bekommt und entweder zusätzlich zu der Webschule ein paar Stunden lernen kann oder bald ganz so unterrichtet wird, ist das ja toll. Nur wer weiß dies im Voraus? Niemand! Aber wir sind die Leidtragenden, wenn es nicht klappt, nur entscheiden, dürfen die, die ihn nicht kennen, warum?

Wir alle wären sehr froh, wenn nach der langen Zeit der ständigen Ungewissheit, endlich mal eine gesicherte längere Phase sein könnte, wo sich nichts verändert. Wir brauchen alle Ruhe und nicht ständig im Hinterkopf,- bald muss er „mehr“ machen, wieder was neues ausprobieren, sich verändern, sich anpassen….! Auch dies macht uns allen Stress!

So heißt es nun, abwarten und hoffen, dass die Dame beim Gutachten alles gut erkennt, uns versteht und wir so etwas Zeit bekommen. Wir werden es sehen….