Alle Aspis sind unterschiedlich

Uns wurde am Anfang immer wieder gesagt, “ ja aber ist der denn ein Aspi, der hat ja gar keine Wutausbrüche und schaut mir ins Gesicht und….“!

Ja, das kann sein, denn alle Aspis sind unterschiedlich, wie NT ja auch. Warum glauben die Leute so schnell, das alle Aspis gleich sein müssen? Wir sind doch genauso zb durch Charakter, Interessen und unserer Lebensgeschichte geprägt, wie alle anderen auch.

Wir alle unterscheiden uns schonmal durch unseren Charakter. Da wären die beiden extrovertierten Typen,- die Choleriker und der Sanguiniker. Diese gehen eher aus sich heraus, wollen gerne bestimmen oder Spaß haben. Sie werden wohl schneller laut und „explodieren“ wenn es Ihnen zuviel wird. Der Stress, wird eher direkt verarbeitet, also sie reagieren schnell nach außen auf Veränderung oder unerwartetes.

Dann gibt es noch die beiden introvertierten Typen,- den Melancholiker und den Phlegmatiker. Sie sind eher die unauffälligen, ruhigen, insich gekehrten, die auch den Stress nicht immer so direkt verarbeiten. Sie scheinen den Stress in sich zu sammeln und dann körperlich krank zu werden. Sie verstummen eher bei Stress, als das sie sich wütend auf den Boden werfen.

Keiner der Typen ist aber besser oder schlechter, jeder hat seine Stärken und Schwächen. Sie gehen nur alle mit ein und der selben Situation anders um.

Dazu habe ich einmal eine Geschichte gehört. Eine Mutter wollte mit ihren 4 kleinen Kindern Plätzchen backen und verzieren. Zusammen hatten sie sie ausgestochen und nun ging es ans verzieren. Dazu stellte die Mutter viele Schüsseln mit Perlen, Streuseln, Glasur…..auf den Tisch.

Das cholerische Kind, wußte direkt, mit was es seine Plätzchen verzieren wollte und nahm sich sofort mit vielen Kommentaren wie,- „das brauche ich unbedingt…., das ist das beste…, wie wunderschön doch meine Plätzchen werden…. „, die passenden Schüsseln. Hauptsache, es bekommt alle Dinge, wie es sich das so vorstellt und es sind die tollsten Plätzchen. Am besten sollten alle sie bewundern, dafür strengt es sich auch sehr an.

Das sanguinische Kind, will bei allem Spaß haben und fängt vielleicht an dabei zu singen,… “ ach wie wunderschön sind meine Plätzchen…, das macht ja soviel Spaß…“ es wird vieles ausprobieren und vielleicht wegwerfen, neu anfangen, es anders machen, wenn es nicht gefällt…. . Es hat schnell wieder neue,- noch bessere Ideen und probiert sie direkt aus, ohne groß nachzudenken, dabei geht halt auch mal was schief. Hauptsache es macht alles Spaß, wenn nicht, ist es schnell weg.

Das melancholische Kind, überlegt ersteinmal, zweifelt dann an sich,“ mmm ob ich das so hinbekomme…, die anderen werden bestimmt viel schöner… .“! Es konzentriert sich dann sehr darauf, sauber und akkurat zu arbeiten und bleibt bis zum Schluss bei der Sache. Es können die schönsten Kekse werden, aber ihm bleiben daran doch gerne Zweifel.

Das phlegmatische Kind hat vielleicht keine Lust jetzt auch noch die Plätzchen zu verzieren, die sehen doch auch so gut aus. “ naja gut, dann tauche ich sie halt mal eben in Schokolade ein, wenn es sein muss“! Fertig, schnell weg. Seiden es interessiert ihn, dann ist er ganz dabei, arbeitet sauber und überlegt und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Sein Motto ist,- möglichst mit geringen Aufwand, zum besten Ergebnis kommen.

Eine Aufgabe, verschiedene Herangehensweisen und nur, weil jeder anders ist. Dies ist bei NTs nicht anders, als bei Aspis. Nur wird bei Aspis schneller angenommen, das alle „Rainman“ sind oder aussehen müssen, wie so ein „Nerd“ immer aussieht. Warum ist das so? Und warum glaubt man jemandem nicht, wenn er dieses Klischee nicht erfüllt, das er trotzdem ein Aspi ist?

Wieviele von uns schauen beim Reden dem anderen ins Gesicht? Doch einige, aber nicht alle schauen dabei dem gegenüber in die Augen. Ich zb wurde als Kind gezwungen, das ich die Leute ansehe, die mit mir reden. Nur sagte man mir nichts davon, das ich Ihnen in die Augen sehen muss. So schaue ich Ihnen auf den Mund. Da passiert ja wenigstens was, wenn jemand redet. Die Mimik des Mundes kann ich auch etwas einordnen und daraus Schlüsse oder Gefühle erkennen. Als mich mal jemand nach der Augenfarbe meiner Kinder fragte, war ich geschockt, das ich die nicht wußte. Aber nun zu behaupten, das ich kein Aspi sei, weil ich sie ja ansehe, ist schon komisch. Ich bin ein Melancholikers und sehr darauf immer bedacht gewesen, das ich es so mache, wie alle, das ich nicht auffalle und dadurch noch mehr Stress bekomme…

So habe ich immer versucht mich anzupassen, habe die Menschen beobachtet, gelernt, wann sie was, wie machen,- warum sie vieles machen, weiß ich bis heute nicht, aber ich kann doch so einiges nachmachen. Wenn auch mit Unbehagen oder viel Kraftaufwand. So bin ich äußerlich “ unauffällig“, lange durchs Leben gegangen. Habe innerlich vieles verdrängt, mich gezwungen zu funktionieren, mir Vorwürfe gemacht, das so vieles nicht gut klappt. Habe mich zunehmend darüber gewundert, wie die “ anderen“ das nur hinbekommen und warum ich immer mehr Erholungszeit brauche. Nun wird mir dies zum Vorwurf gemacht? Warum nur? Weil ich nicht “ Rainewoman“ bin?

Schade

Anne

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