Auflagen vom Jugendamt

Also gut, wir wurden gezwungen eine neue Stellungnahme von einem Psychiater zu bekommen, der bestätigt, das Tom immoment nur an der Webschule beschult werden kann. Aber wo auch drin stehen soll, das er dort beschult werden kann, also das er dazu in der Lage ist. Weil das JA behauptete, das wenn er nicht schulfähig sei, er dann auch nicht Onlineschulfähig sei. Wenn er die Webschule machen könnte, könnte er ja auch in die Regelschule zurück. Ah, sie haben nichts verstanden.

Nach den Erfahrungen die wir selber gemacht haben und gelesen, ist dies nicht so einfach einen Psychiater zu finden, der uns schnell einen Termin gibt, sich mit Aspergern gut auskennt und dann auch noch die Onlineschule befürwortet.

Damit wir nicht wieder soviel Zeit verlieren mit einen Termin machen, dort hingehen und erleben, das dies nicht passt um dann den nächsten Termin zu machen…setzten wir einen Brief auf. In dem erklärten wir kurz unseren Werdegang, bzw den von unserem Sohn, mit der Bitte, das sie sich bei uns melden, wenn Sie uns auf diesem Weg unterstützen wollen.

20 Briefe wurden von uns abgeschickt im Umkreis von 100km. 5 sagten in den ersten 3 Tagen ab, da sie sich nicht mit Aspergern gut genug auskannten oder keine freien Zeiten hatten. Bei 2 Psychiatern vereinbarten wir in 4 Monaten einen Termin, ob der dann noch zustande kommt…?

4 meldeten sich und wollten uns helfen und wir vereinbarten in den nächsten 3-6 Wochen Termine.

Bei dem ersten Herrn mit dem wir telefoniert hatten im Vorfeld, kamen wir ins Behandlungszimmer und da meinte er direkt, “ Ich glaube ich kann Ihnen nicht helfen. Meine Frau arbeitet beim JA und ich bin dadurch befangen….“!!!! Ach, das fällt dem jetzt ein, wo wir hier sind?? Na toll. Dann meinte er noch, “ Sie werden aber wohl eh keinen finden, der sie bei der Webschule unterstützt, denn der Mainstream ist jetzt nun einmal, das alle integriert werden sollen“!! Soso!!!

Auf die Frage, wie er sich das denn dann so vorstellt, wie das klappen kann, viel auch ihm nichts ein. Na das war ja schonmal ein voller Erfolg…

Zwei Wochen später, der nächste Termin in einer Praxis, die 100 km weit weg war und für die wir früh mit Tom aufgestanden sind, damit wir pünktlich dort erscheinen konnten. Der Psychiater war von sich sehr eingenommen, ohne viel zu fragen fing er direkt an zu behaupten, das der Junge einfach mal über 2 Jahre bei ihm 3x die Woche eine Tiefenpsychologische Therapie machen müsste und dann wäre er wieder normal!!

So könnte das immoment mit der Schule ja nicht gut klappen, aber dann solle er mal die zwei Jahre aussetzen und danach wieder normal gehen…..Onlineschule sei ja das letzte, die Kinder müssten nicht verhätschelt werden, sondern endlich lernen, wie das Leben wirklich so ist…

Uns standen die Haare zu Berge und eigentlich wollten wir nur schnell weg dort. Als er dann auch noch anfing auf Tom rumzuhacken, er solle mal mehr reden, er müsste jetzt mal erst zurück in die Schule, das sei doch nicht so schlimm…. . War es ganz vorbei und wir waren bemüht dieses Gespräch zu beenden. Unser Sohn war nach diesem Gespräch so verunsichert, wir brauchten Tage um ihn wieder zu beruhigen. Wir versichertem ihm, dass er jetzt nicht wieder zurück in seine alte Schule muss, das der Psychiater nicht recht hat und nicht bestimmen darf, was er machen soll. Dies tat ihm gut. Aber nicht so, das er beim nächsten Psychiater fit genug war um dorthin mitzukommen. In der Nacht vor dem Termin, wachte er mit Fieber und Bauchweh auf, so das mein Mann dort alleine hinfuhr. Wenigstens war diese Psychiaterin etwas verständnisvoller. Dort stellte sich nur heraus, das sie keine Erfahrungen mit der Webschule hat und sich ersteinmal etwas schlau machen wollte. Auch müsste ja der Junge dann mal persönlich noch vorbei kommen. Also einen Termin nochmal für später vereinbart.

Wir bekamen es etwas mit der Angst zu tun, dass wir so schnell niemanden finden, der uns wirklich unterstützt. Das JA saß uns ja im Nacken und wir mussten jemanden finden, da wir damals noch glaubten, dass dies dann alle Probleme löst.

Sehen wir das doch falsch? Warum erwarten alle, dass sich die Kinder irgendwie einer Regelschule anpassen müssen? Warum hört uns noch nicht einmal jemand genau zu, wo Toms Probleme liegen?Alle Psychiater haben uns ein Stück verstanden, aber keiner hatte eine Lösung, außer, “ der Junge muss lernen sich anzupassen“!!! Das kann doch nicht denen ihr ernst sein. Niemand kommt auf die Idee einem blinden zu sagen,“ sie müssen halt lernen die Farben zu erkennen“! Aber Asperger, die so viele Reize nicht verarbeiten können, die vieles einfach nicht intuitiv erkennen, nicht verstehen, warum jemand weint, wo der Zusammenhang ist von den Tränen und dem schimpfen von eben, die völlig aus der Ruhe geraten, wenn ein Auto hupt oder jemand hinfällt, Ihnen etwas wegnimmt oder…..die sollen das mal eben lernen oder so können, sich ein bisschen zusammen reisen und es einfach machen????

Keiner sagte uns, wie dies funktionieren soll. Wenn ihm niemand die Welt erklärt und geduldig wartet, bis er es verstanden hat. Wenn man nicht akzeptiert, das er in manchen Dingen einfach „blind“ ist und sich dort die Welt ihm anpassen muss und nicht er sich ihr. Wenn die Schule sich eben nicht so verändern lässt, das die Kinder dort entspannt lernen können, ist es wohl besser, wenn sie dort lernen, wo dies machbar ist. Natürlich ist dies für jedes Kind anders. Dem einen reicht es, wenn er einen Schulbegleiter zur Seite bekommt, der nächste braucht vielleicht nur einige Nachteilsausgleiche damit es klappt. Aber es gibt auch Kinder wie Tom, die durch äußere Reize, Veränderungen, die Lautstärke, unvorhersehbare Dinge…so überfordert werden, das sie es nicht schaffen auf Dauer dort gesund zu bleiben. Manche Kinder werden dadurch krank, andere aggressiv. Beides nicht gut.

Wir haben immer gesagt, das er gerne wieder gehen soll, wenn er gelernt hat, mit dem Schulalltag gut klarzukommen. Immoment ist dies aber noch nicht der Fall. Durch Tiefenpsychologische Therapie, wo es darum geht, das er sein Leben aufarbeitet und entdeckt, was alles falsch gelaufen ist, was wir Eltern falsch gemacht haben und wo man ihm beibringt, wie man „Farben trotz Blindheit“ erkennen kann. …Ach das geht garnicht, mmmmmm🤔.

Auf was wollen die den dort konditionieren? Funktioniere besser? Das ist doch jetzt genau das, was wir versuchen wieder abzubauen. Er soll endlich nicht mehr funktionieren, sondern so sein wie er ist. Sein Potenzial ausschöpfen und seine Stärken ausleben. Dazu muss er aber nicht mit 30 Kindern in einer Klasse sitzen, die er nicht mag, die ihn verunsichern und stressen.

Wenn wir wollen, das er sich zu einem glücklichen Mensch entwickelt der seine Stärken kennt und diese dann in einem Beruf auslebt, dann sollten wir genau dies jetzt fördern. Warum ihn also zu Dingen zwingen, die Ihn stressen und daran hindern, sein Potenzial ganz zu erkennen? Warum ihn so verbiegen? Nur weil irgendwer immoment auf dem Trip ist, das alle gleich sind und es deshalb auch für alle besser ist, wenn sie integriert in einer Gruppe sind?

Warum glaubt niemand den Eltern, wenigstens denen, die sich sehr damit beschäftigen, die ihr Kind genau beobachten und ihm schon sehr geholfen haben. Warum glaubt man Ihnen nicht, dass sie am besten wissen, was für ihr Kind gut ist, was er kann oder eben nicht? Warum?

Warum hört man nicht auf die Kinder, wenn sie sagen, was sie möchten, was zuviel ist…? Warum?

Nein, die studierten, die am Schreibtisch Bücher auswendig gelernt haben, die haben die große Ahnung. Die müssen ja auch nicht ein zitterndes, weinendes Kind, das sich quält, weil es glaubt, es müsste in die Schule gehen,- was ja eine Regel ist – es aber nicht kann, weil es so überfordert ist, zur Schule schicken.

Keiner von diesen Gelehrten hatte eine wirkliche Lösung, wie das klappen kann,- außer, er muss sich halt anpassen. Aber genau dies hat er doch 8 Jahre gemacht. Nun ist er aber mit seiner Kraft am Ende und sein Körper legt ihn einfach Lahm. Sein Kopf brüllt, du musst doch da hin, sein Körper schreit, nein es geht nicht mehr.

Wer von den Psychiatern will den dann morgens hier sein um ihn zu ermuntern oder zu zwingen, das er die ganze Woche Schule mitmacht? Wie schaffen die es, das er dann auch noch den Stoff behält und gute Noten schreibt, Freundschaften schließt und gut gelaunt nach Hause kommt um hier dann sich fertig für die Vereine zu machen… . Theoretisch reden,-„Der müsste aber doch“!!! Kann man mal schnell. Aber genau das macht es ja aus, das der Psychiater erkennt, das es hier nicht der richtige Weg ist, das Kind zum gehen zu zwingen, damit es lernt, ach ist doch garnicht so schlimm!!!

Dies funktioniert bei NTs vielleicht. Man übt immer wieder sich einer “ Spinne“ zu nähern, um zu entdecken, das diese doch nicht schlimm ist, bis man es kann. Bei Aspis ist dies anders. Sie sind auch noch nach Wochen gestresst in einer Klasse zu sitzen, wo sich immer etwas verändert…. . Ein Blinder ist ja auch nicht bald wieder sehend, nur weil er oft genug in ein Buch schaut.

Dem Autisten machst du eher immer noch mehr Angst, weil er dann auch noch Angst vor dem nächsten Schrecken entwickelt. So verschlimmert sich alles und wird nicht besser. Der Inne Stress wächst ständig, weil er Angst hat, das gleich wieder was passiert, er etwas nicht versteht, es aber machen muss, er dafür angemeckert wird….

Warum soll dies gut und langfristig gesund sein? Wie kann man dies Menschen nur antun?

Nein, das wird nicht geschehen, das lassen wir nicht zu. Wir werden suchen, bis wir jemanden finden, der das genauso sieht. In 3 Wochen ist ja der nächste Termin, vielleicht klappt es da ja. Dort stand ja wenigstens auf der Internetseite, das er mit Autisten arbeitet.

Wir werden es nicht zulassen, das der Junge depressiv, körperlich krank, traurig, mutlos … wird, nur weil Menschen sich nicht auskennen und /oder sich die Mühe machen uns zu wenigstens mal genau zuzuhören. Dann suchen wir eben weiter.

Bloß die Hoffnung nicht aufgeben….

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