Bezahlung der Webschule, abgelehnt

Die Webschule klappte immer besser seine Lernzeiten konnten langsam erhöht werden und so waren wir sehr froh darüber, dass er dort einen Platz bekommen hatte. Tom muss noch mehr wieder zur Ruhe finden, vor allem aber wieder Vertrauen fassen, dass Schule auch Freude machen kann und nicht nur Stress bedeutet.

Wir waren sehr glücklich, dass nun alles gut wird…. leider hielt dies aber nur Kurz, denn wir hatten geglaubt, dass nun Ruhe einkehren kann, da wir ja das gewünschte Dokument von einem Psychiater, der bescheinigen sollte, dass für Tom keine andere Beschulung möglich sei, beim Jugendamt abgegeben hatten. Aber nein…

Vom Jugendamt kamen nun unterschiedlich wechselnde aussagen, bzw ersteinmal kam – garnichts. Der Antrag auf Übernahme der Kosten für die Webschule war gestellt und sie vertrösteten uns mit,- „Das muss der Chef entscheiden, aber der ist im Urlaub“! Als dieser wieder da war hieß es, – „Nein, das muss ihre Sachbearbeiterin entscheiden, die ist jetzt nicht da“! Diese meinte später, ja, vielleicht, vielleicht auch nicht, mal schauen, muss dies einmal mit den anderen besprechen… .

Nach 8 Wochen warten hatten wir genug und sagten ihr, dass wir nun das Gespräch mit dem Landrat suchen würden. Oh, das wirkte, innerhalb von 2 Tagen meldete sich die Abteilungsleiterin bei uns und meinte, dass können wir doch auch so klären. Sie würden jetzt die Kosten für 3 Monate schon einmal übernehmen. Wie? Sollte mal etwas so einfach klappen…?

Dies war eine große Freude für uns alle. Wir waren zwar überrascht, aber konnten uns auch nicht vorstellen, dass danach noch ein Grund gefunden werden könnte, warum das JA die Kosten nicht mehr länger tragen will.

Auch Toms Autismustherapeutin konnte sich das nicht vorstellen, warum es danach nicht weiter bezahlt werden sollte, denn man kann ja nicht dem Jungen zumuten, das er sich 3 Monate dort eingewöhnt um ihn dann dort wieder rauszureißen. Auch ist er ja in 3 Monaten nicht „geheilter“ das er ohne Probleme wieder in eine Regelschule zurück gehen könnte.

Aber die Freude währte nur kurz, denn nach nur 2 Wochen bekamen wir genau von der Frau, die die Webschule genehmigt hatte einen Anruf, dass nach den 3 Monaten Schluss sein müsste, wenn nicht bis dahin das mit dem Schulamt geregelt wäre…

Wie jetzt, was hat auf einmal das Schulamt noch damit zu tun, davon war ja noch nie die Rede…

So wollte, nach mittlerweile 12 Wochen nach Antragstellung, das Jugendamt uns auf einmal erzählen, dass das Schulamt unbedingt gefragt werden müsste und wir ihnen sofort unterschreiben sollen, dass sie mit dem Schulamt Kontakt aufnehmen dürfen um dies alles zu klären.

Also wieder im Internet schlau gemacht, warum und wozu das Schulamt sein soll. Anscheinend ist dies die normale Vorgehensweise, denn das Jugendamt Zahlt erst, wenn klar ist, das es keine andere Möglichkeit gibt, die Kinder zu beschulen. Dafür wird normalerweise noch an der Regelschule eine Sonderpädagogin mit in den Unterricht geholt, die das Kind beobachten soll, wie es sich so in der Schule verhält. Nur hat uns dies ja weder die Regelschule erzählt, als Tom noch dort war, noch hat jemals das JA davon geredet. So wurde dies bis dahin auch nicht gemacht.

Mein Mann und ich fühlten uns aber sehr unwohl dabei, dass wir das Jugendamt dies direkt ohne uns mit dem Schulamt klären lassen, somit entschieden wir uns Ihnen nicht die Vollmacht zu unterschreiben. Dazu haben wir auch das Recht, was das JA aber sehr ärgerte.

Wir vermuteten, dass das Jugendamt es versäumt hatte uns dies zu erzählen, bzw das sie es selber vergessen hatten daran zu denken.

Nach einer Woche kam ein Anruf, sie würden uns die Schule, ausnahmsweise auch noch einen 4 Monat bezahlen, aber wir müssten uns in dieser Zeit zu einem neuen Gespräch treffen. Da sie die Schule kennenlernen wollten, wurde vereinbart, das wir uns in Bochum treffen. Es wurde auch nocheinmal sehr mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass wir uns nicht weigern sollen die Vollmacht fürs Schulamt zu unterschreiben denn so würden wir weiterhin das klären der Angelegenheit behindern. Sie wären ja so bemüht und durch unsere Einstellung, wäre immer noch nichts geklärt… wir würden uns ja mit nichts auskennen, aber sie…

Da uns dies alles so sehr stresste und wir merkten, dass das Interesse daran das beste für unseren Sohn zu machen doch sehr gering ist, entschieden wir uns dazu, nun doch einen Anwalt einzuschalten. Dieser beruhigte uns erst einmal, weil er sich alle Unterlagen angesehen hatte. Er meinte, es sieht sehr gut aus, da alle der gleichen Meinung sind, dass Tom immoment auf einer Regelschule nicht beschulbar sei. Aber er sagte auch, dass die normale Vorgehensweise schon so ist, dass das Schulamt eingeschaltet werden muss um zu überprüfen, dass es keine andere Möglichkeit gibt, den Jungen zu beschulen. So könnte es sein, dass das Schulamt ein Sonderpädagogisches Gutachten erstellen lassen möchte. Welches aber normalerweise kein großes Problem darstellen dürfte. Dazu sollten wir an Toms alter Schule nachfragen, ob sie dieses AOSF Gutachten erstellen oder ob jemand von außen dazu kommen muss.

Auf nachfragen an der alten Schule wußte kein Lehrer, auch nicht die Sonderpädagogin darüber Bescheid. Sie kannten nur, das in niedrigeren Klassen die Kinder im Unterricht beobachtet werden. Da Tom schon in der 8 klasse war, aber nun schon fast 1 Jahr nicht mehr dort unterrichtet worden ist, kannten sie sich damit nicht aus.

In der Zwischenzeit baten wir bei einem Termin unseren Psychiater, dass er uns noch einmal eine genauere Stellungnahme schreiben möge für das Schulamt, die erklärt, dass Tom im moment nur durch die Webschule beschult werden kann. Dies machte er sehr gerne, denn er kannte diese Onlineschule und war sehr überzeugt von dieser Art der beschulung.

So reichten wir alle Unterlagen, – Gutachten vom Psychiater, Stellungnahmen vom Autismuszentrum, von der alten Regelschule, Diagnose und Stellungnahme von der neuen Schule, beim Schulamt, zusammen mit der Antragstellung auf Ruhen der Schulpflicht ein.

Dem Jugendamt teilten wir in einem Brief mit, dass wir die Beantragung beim Schulamt getätigt hatten. Somit wußten sie darüber Bescheid, dass nun alles ohne sie seinen Gang geht. Darüber war das Jugendamt alles andere als erfreut.

Aber es sollte ja noch das Gespräch an der Webschule in Bochum kommen, welches sehr schlimm wurde. Denn das Jugendamt war damit nicht einverstanden, dass sie nicht direkt ohne uns mit dem Schulamt alles klären dürfen …., aber davon bald mehr.

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