Schulamt meldet sich endlich

Nach fast 3 Monaten, hat sich das Schulamt gemeldet. Wir hatten mit unserem Anwalt abgesprochen, dass wir nach 3 Monaten eine Unterlassungsklage einreichen werden, aber dies wissen die ja dort auch und haben somit noch kurz davor einen Brief geschickt.
Unser Antrag sei bei Ihnen eingegangen,- „ach echt, ist ja super“! Dann kommt ein bla bla über, er sei ja Autist …, es wäre aber durch unsere abgegebenen Gutachten nicht ersichtlich, warum er nicht an die ihm zugewiesene Förderschule gehen kann , in eine Klinik und dort die Schule für kranke oder wenigstens Hausunterricht machen kann. „Bitte was? Wir haben keine ausreichenden Gutachten abgegeben, die dies begründen“? „Was steht denn sonst auf den ganzen Stellungnahmen vom Psychiater? Er stellt sich zu sehr an…“?
Somit bitten Sie uns, ein geeignetes Gutachten vom Gesundheitsamt und eines vom Schulpsychologen einzureichen. Eine Frist haben Sie uns dafür auch direkt gesetzt. Für uns müssen 6 Wochen reichen. Wir waren sprachlos, was soll uns dazu noch einfallen. Nur, sie haben es wieder geschafft, dass eine neue Runde eingeläutet wurde. Wieder zieht sich alles unnütz in die Länge. Wieder haben wir die A-Karte und sollen aufgeben oder die geforderten Unterlagen anbringen.
Nachdem wir uns einen Tag etwas beruhigt hatten sprachen wir mit unserem Anwalt darüber. Auch der war verwundert über so viel Arroganz. Er konnte uns in soweit beruhigen, dass er sagte, wir müssten nicht zum Gesundheitsamt oder Schulpsychologen, da wir dort nur in Gefahr laufen, dass dieser uns nicht bescheinigt, dass keine Schule möglich sei. Dies wäre nicht gut. Wir könnten aber von unserem Psychiater und der Therapeutin noch einmal ein Gutachten erbeten, welches alles noch genauer zusammenfasst, was schon in den vorherigen Stellungnahmen stand.
Diese werden wir dann ans Schulamt senden und schauen, was sie damit machen. Die werden sich bestimmt wieder fast 3 Monate Zeit lassen um dann noch einmal zu sagen,- na gut, aber jetzt fehlt noch…!
Unser Anwalt wird aber nach Ablauf einer gewissen Zeit, von der Bezirksregierung erwarten, dass sie eine endgültige Entscheidung treffen, denn nur so, können wir auch dagegen vorgehen. Auch müssen sie in einem Ablehnungsbescheid genau begründen, warum sie den Antrag nicht genehmigen. Wir gehen mal davon aus, dass sie ihn ablehnen werden, da die Abteilungsleiterin schon von vorne herein gesagt hatte, Ruhen der Schulpflicht, sei normal keine Option, nur wenn überhaupt nichts anderes möglich sei. Da waren wir noch davon ausgegangen, dass sie die erbrachten Gutachten so annehmen und sich nach den Ergebnissen richten. Auch das erstellte AOSF Gutachten besagt, dass kein Schulbesuch, Hausunterricht möglich sei. Nur die Sonderpädagogin hatte ja da den schönen Satz reingeschrieben, dass sie glaubt, dass nur ein erfolgreiches eingliedern in die Regelschule möglich sei, wenn er IN eine Klinik gehen würde. Darüber hatten wir uns schon letztes Jahr so aufgeregt, denn ihr steht diese Beurteilung überhaupt nicht zu, solche Urteile zu fällen, übersteigt eindeutig ihre Kompetenz. Dies ist aber der Bezirksregierung und der Sonderpädagogin egal, denn sie können es für ihre Zwecke nutzen.
So hat es uns auch nicht gewundert, dass das Schulamt uns genau darauf „hingewiesen“ hat, dass wir doch belegen müssen, dass dies auch nicht zum Erfolg führt. Das es darüber schon seit letztem Jahr eine Stellungnahme vom Psychiater gibt, haben die einfach mal „vergessen“. Ach ja, sie sagen ja zu allem, dass diese nicht vorhanden oder aussagekräftig genug seien. Es ist doch super, wenn man immer wieder nich einmal sagen kann,“…so reicht dies nicht, das muss ausführlicher sein, dies ist nicht aussagekräftig genug…“!
Hier geht es schon lange nicht mehr darum, dass es Tom gut geht oder er eine angemessene Schulbildung bekommt,- nein, es geht nur darum, dass er nicht aus der Schulpflicht herauskommt und das das Jugendamt nicht zahlen muss.
So langsam haben wir uns damit abgefunden, dass wir die Webschule selber zahlen müssen, es ist uns auch egal, ob er von der Schulpflicht befreit wird. Nur ist es uns nicht mehr egal, dass wir so viel Energie in diese Ämter stecken müssen, dass kaum noch ein halbwegs normales Leben möglich ist. Wir sind nicht mehr bereit, noch länger uns durch Ämter so viel Energie und Freude rauben zu lassen. Uns sagen zu lassen, was gut sei, was wir machen müssen, dass wir ihn zwingen müssen, zu funktionieren oder ihn in „geschulte“Institutionen schicken sollen, die nur dafür sorgen, dass er wieder kränker, gestresster wird und jegliches Vertrauen, dass er endlich zu uns aufgebaut hat, verliert. Nein, wir wollen endlich in Ruhe unser Leben leben und uns nicht für alles 100 mal rechtfertigen müssen, nur weil irgendwer mit dem Kopf durch die Wand will.
Unsere ganze Familie hat darunter gelitten, Tom, da er immer die Angst in sich hatte, doch wieder in die Regelschule zu müssen, wir, weil uns die meiste Zeit nichts anderes als „wir müssen noch mehr Beweise finden, damit man uns endlich glaubt“ durch den Kopf schwirrte und wir immer wieder suchen mussten, ertragen mussten das jemand bei uns vorbei kommt oder wir zu jemandem hinfahren müssen… . Unsere großen Kinder, da wir weniger zeit für sie hatten und auch weniger Geld, sie im Studium zu unterstützen. Auch wirkt es sich immer auf Toms Wohlbefinden aus, ob wir entspannt sind oder eben nicht. Über zwei Jahren waren wir ständig in immer neuen Beweispflichten, mussten dafür sorgen, dass wir eine Lösung oder jemanden finden, der uns versteht und wirklich hilft. Mussten alles erklären, darauf hoffen, dass sie es verstehen und nicht auch von der Sorte sind, die glaubt, nur durch mehr Druck und Zwang, wird er wieder funktionieren.
Alles haben wir versucht und geliefert, nun ist damit aber Schluss. Wir haben nun noch einmal den Psychiater und die Therapeutin gebeten uns ein Gutachten zu schreiben, dieses ist das letzte was der Anwalt von uns, einreicht. Danach wird nur noch er mit dem Schulamt korrespondieren und bald Klagen.
Gut ist, dass nun die Zeit soweit fortgeschritten ist, dass alle Maßnahmen länger dauern und er dann bald 18 wird und sowieso frei ist. Die Zeit läuft ja nun nicht nur gegen uns, sondern auch für uns, denn die Behörden sind langsam und ein Gerichtstermin dauert sowieso. Auch wissen wir nicht mehr, was die noch von uns wollen könnten. Zu was wollen die uns noch zwingen?
Dies alles ist so traurig und wir sind mit unserer Kraft so am Ende. Nur sind wir zu zweit, glücklich verheiratet und haben genügend Geld, um die Schule zur Not auch weiterhin selber zahlen zu können,- auch Oma sei dank-. Aber was ist mit all denen, die alleine sind, niemanden zur Unterstützung haben und sich auch mit Behörden nicht auskennen? Wer hilft uns eigentlich, wenn alle Ämter gegen uns sind und nur die stellen, die nichts zu entscheiden haben, es ähnlich sehen, wie wir?
Warum haben Behörden so viel Macht und niemanden, der sie kontrolliert oder Einhalt gebietet? Ohne unseren Anwalt, der sich sehr gut mit Behörden, der Webschule und Sozialrecht auskennt, weiß ich nicht, wo wir heute wären. Deshalb empfehle ich jedem, nehmt euch einen Anwalt für Sozialrecht und lasst euch beraten. Wir benötigen professionelle Hilfe, damit wir wenigstens langsamen Erfolg haben.
Wir können gespannt sein, wie es weiter geht. Nur gut, dass wenigstens die Sonderpädagogin sich endlich zumindest im Moment, nicht mehr meldet. Seitdem geht es mit uns weiter Berg auf. Die hat das letzte Jahr praktisch am meisten Stress gemacht. Da sie dem Schulamt immer wieder „Stoff“ lieferte, was die gegen uns verwenden konnten. Auch kam sie immer wieder an, um über uns zu bestimmen und uns aufzuzeigen, dass sie doch alles besser weiß… .
Wir verstehen das alles nicht, wie solch ein Verhalten in Deutschland sein kann. Warum hat die deutsche Schulpflicht solch eine Macht?

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