Wie es mit uns weiter geht

Seit dem melden vom Schulamt,- und Jugendamt sind 4 Monate vergangen und es hat sich so einiges verändert.
Tom ist in dieser Zeit noch einmal richtig aufgeblüht, die Schule klappt noch entspannter, seine Therapeutin hat ihm bestätigt, dass er offener ist und sein Lehrer ist guter Dinge, dass er im Winter die ersten Prüfungen an der webschule mitmachen kann…
Auch wir merken, wie gut es ihm einfach tut, dass ersteinmal alles geklärt ist mit den Behörden. Er hat noch mehr Energie über für schöne Dinge. So kann er sich noch mehr mit seinem Freund treffen, schreiben oder auch Skypen. Ist noch mehr Zeit mit uns zusammen, fängt wieder mehr an, zu kochen, backen oder mit uns zu spielen… . Ist dabei wenn Besuch kommt oder fährt mit uns einkaufen oder in eine Stadt… das macht einfach Freude zu sehen, dass es ihm gut geht. Er ist sehr ruhig und ausgeglichen, mag sich und sein Leben, hat Energie über und wird selten nur noch krank.
Jetzt können wir endlich anfangen, neues zu erlernen. Dinge wie, selbstständig zu kochen, aufzuräumen oder einkaufen zu gehen… . Aber auch, Menschen noch besser zu verstehen, was sie denken, wollen oder meinen…, damit hat er immer noch so seine Probleme. Nur ist er jetzt meist aufnahmefähig und interessiert daran, mit anderen besser in Kontakt zu kommen, sie zu verstehen oder ihre Welt kennenzulernen…
Es zeigt sich auf ganzer Linie, dass dies so der richtige Weg ist. Leider dürfen wir den ja erst seit kurzem gehen. Es hätte uns viel leid erspart und ihn schon früher wieder entspannt werden lassen, wenn wir nicht so lange gezwungen worden wären, alles mögliche zu beweisen.
Bei uns sieht es noch etwas anders aus. Wir brauchen immer noch viel Zeit um den gewaltigen Stress zu verarbeiten. Da wir auch noch mit unseren anderen Kindern mit Ämtern Stress haben, kommen wir noch nicht so schnell zur Ruhe.
Wir merken, wie groß unser Misstrauen gegenüber Ämtern, Krankenkassen oder Psychiater und Pädagogen ist. Wenn uns immer wieder jemand sagt, wir sehen das falsch, müssen neue Beweise für unser Anliegen liefern oder so könnte das ja garnicht sein…, sind wir nun schnell etwas mürrisch und zeigen dies auch. Wir wollen nicht immer diskutieren müssen oder beweisen. Aber ich möchte auch nicht mehr soviel Energie verlieren, nur weil andere entweder keinen Bock auf ihre Arbeit haben, Geld sparen wollen oder sie noch glauben, Autisten seien alle doof…
Es ist schade, dass uns allen soviel Energie geraubt wurde und wir so gelitten haben, was nicht sein musste. Leider sind sehr viel Freude, Lockerheit und schöne Erlebnisse verloren gegangen, die wir nun erst nach und nach wieder finden müssen.
Dabei ist es dann nicht hilfreich, wenn die Sonderpädagogin uns schon wieder anschreibt, wir müssten miteinander reden, da sie meint, sie müsste versuchen mit uns doch wieder Kontakt aufzunehmen um Tom zu helfen, damit wir ihr endlich sagen, wie toll sie ist und das sie doch recht hat damit, dass wir Tom zwingen müssen endlich IN ein Schulgebäude zu gehen… . Sie lässt nicht locker.
So haben wir ihr ersteinmal geschrieben, sie soll uns schriftlich bescheinigen, von wem sie was für einen Auftrag erhalten hat uns weiter zu begleiten. Seitdem ist erst noch einmal Ruhe. Aber wie lange?
Wir müssen ja schon bald wieder anfangen alle Unterlagen zusammen zu suchen, zum Psychiater gehen und ein Gutachten erstellen lassen, die Therapeutin was schreiben lassen und seinen Lehrer…, damit wir direkt auf das Schulamt vorbereitet sind. Dort müssen wir ja dann den neuen Antrag auf Ruhen der Schulpflicht stellen, damit er auch das weiterhin das Ruhen der Schulpflicht erhält.
So hoffen wir mal, dass wir alle noch mehr zur Ruhe kommen, bevor die neue Runde beginnt. Auch hoffen wir, dass diese nicht so anstrengend sein wird, wie der letzte Antrag. Gut, dass nun die Uhr für uns läuft. Denn es ist das letzte Jahr, wo Tom vom Schulamt das Ruhen erhalten muss. Danach ist er 18 und benötigt das nicht mehr. Dann ist höchstens die Frage, was sagt das Jugendamt dazu, dass sie die Webschule weiter zahlen sollen? Aber bis dahin ist ja noch Zeit.
Wir sind uns nur jetzt noch sicherer, dass niemand mehr uns so schlecht behandeln darf und uns vorschreibt, was wir machen müssen. Keiner darf unsere Kinder zu Dingen zwingen, die wir als schädlich ansehen. Wir gehen nun unseren Weg. Dabei sind wir ja auch allen solange egal, wie wir kein Geld von ihnen bekommen möchten. Dies zeigt ja sehr deutlich, worum es bei allem am meisten geht,- Geld.
So werden wir sehen, was noch kommt. Wenigstens haben wir wieder die Hoffnung, dass nun alles bald gut läuft und wir in Ruhe gelassen werden.

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